Planung

Wie viel Lagerfläche brauche ich? Eine Rechnung in fünf Schritten

Die meisten unterschätzen ihren Flächenbedarf, weil sie nur die Ware zählen. Gänge, Wareneingang und Packplatz brauchen oft so viel Platz wie das Regal selbst. Diese Rechnung macht das sichtbar.

Von Redaktion corealisVeröffentlicht am 30. Oktober 20268 Min. Lesezeit
Schubmaststapler vor einem Palettenregal mit Kartonware, Symbolbild

Um Ihre Lagerfläche zu berechnen, zählen Sie zuerst den höchsten Bestand in Ladeeinheiten, etwa Europaletten mit 1,2 x 0,8 m. Dann legen Sie fest, wie viele Ebenen die Raumhöhe erlaubt, und rechnen Gänge für Hubwagen oder Stapler dazu. Zuletzt kommen Wareneingang, Packplatz und Sozialräume hinzu. Als grobe Orientierung braucht ein Palettenstellplatz im Regal samt Gang knapp 1 m² Grundfläche, mit allen Funktionsflächen deutlich mehr.

Das Ergebnis ist eine Bandbreite, keine exakte Zahl. Sie reicht aber, um zu entscheiden, ob Sie ein Abteil, eine Einheit mit 150 m² oder eine Halle mit 500 m² suchen, und um bei Besichtigungen schnell zu sehen, ob eine Fläche passt.

Schritt 1: Den Bestand in Ladeeinheiten zählen

Grundlage jeder Flächenrechnung ist die Menge, die gleichzeitig im Lager liegt. Nehmen Sie den höchsten Stand des Jahres, nicht den Durchschnitt. Wer im November doppelt so viel Ware hat wie im März, braucht die Fläche für November.

Rechnen Sie in Ladeeinheiten, die Ihr Lager tatsächlich bewegt:

Ladeeinheit Grundmaß Typisch für
Europalette 1,2 x 0,8 m = 0,96 m² Großhandel, Onlinehandel, Baustoffe
Industriepalette 1,2 x 1,0 m = 1,2 m² Industrie, Getränke, Chemie
Gitterbox 1,24 x 0,835 m Kleinteile, Metall, Ersatzteile
Fachbodenregal Regalmeter, Tiefe meist 0,4 bis 0,6 m Kleinteile, Kartons, Ersatzteile

Wenn Sie noch keine Paletten nutzen, rechnen Sie Ihre Kartons um: Wie viele passen auf eine Europalette bis zur gewünschten Höhe? Daraus ergibt sich die Palettenzahl. Für Kleinteile ist das Fachbodenregal mit Regalmetern oft das bessere Maß.

Schritt 2: Lagerart und Regalhöhe festlegen

Die gleiche Palettenzahl braucht je nach Lagerart sehr unterschiedlich viel Grundfläche. Im Bodenlager steht jede Palette einzeln, im Regal mehrere übereinander.

Ebenen im Palettenregal überschlagen: nutzbare Höhe geteilt durch (Ladehöhe der Palette plus Zuschlag für Traverse und Freiraum). Die nutzbare Höhe ist die lichte Höhe der Halle minus einem Sicherheitsabstand zur Decke, zu Leuchten und gegebenenfalls zur Sprinkleranlage.

Beispiel: lichte Höhe 6,0 m, Sicherheitsabstand 0,5 m, Ladehöhe 1,5 m, Zuschlag 0,2 m. Rechnung: 5,5 m geteilt durch 1,7 m ergibt 3,2, also 3 Ebenen inklusive Bodenebene. Welche Abstände in Ihrer Halle tatsächlich gelten, legen Brandschutz, Regalhersteller und Stapler fest; die Werte hier sind Annahmen für die Rechnung.

Bei 3,5 m lichter Höhe, wie sie in vielen kleinen Gewerbeeinheiten vorkommt, ergibt dieselbe Rechnung 3,0 m geteilt durch 1,7 m gleich 1,76, also nur eine einzige Ebene: Paletten stehen dann am Boden. Deshalb lohnt sich bei kleinen Einheiten oft eher das Fachbodenregal als das Palettenregal. Und deshalb ist die Raumhöhe bei der Besichtigung genauso wichtig wie die Grundfläche.

Schritt 3: Verkehrswege einplanen

Hier liegt der größte Rechenfehler der meisten Flächenschätzungen. Ein Regal ohne Gang ist eine Wand. Die Gangbreite hängt vom Gerät ab, mit dem Sie arbeiten:

Gerät Typische Arbeitsgangbreite
Fußweg, Kommissionierung von Hand rund 1,0 bis 1,5 m
Handhubwagen rund 2,0 bis 2,5 m
Schubmaststapler rund 2,7 bis 3,0 m
Frontstapler (Gegengewicht) rund 3,5 bis 4,0 m

Diese Werte sind übliche Planungsgrößen und unterscheiden sich je nach Modell und Palettengröße. Verbindlich ist das Datenblatt des Herstellers. Zusätzlich brauchen Sie Querwege an den Regalenden und Fluchtwege, die frei bleiben müssen.

Ein Rechenmodul für die Regalfläche besteht aus einem Doppelregal, an dem von beiden Seiten eingelagert wird, und einem Gang. Die Tiefe einer Regalzeile für Europaletten, die mit der langen Seite in das Regal geschoben werden, liegt bei rund 1,1 m. Eine übliche Feldbreite von 2,7 m nimmt drei Europaletten nebeneinander auf.

Schritt 4: Rechenbeispiel für 200 Palettenstellplätze

Ein Beispiel mit allen Annahmen, damit Sie die Rechnung mit Ihren eigenen Werten wiederholen können.

Annahmen: höchster Bestand 200 Europaletten. Palettenregal mit 3 Ebenen (aus Schritt 2). Doppelregal 2 x 1,1 m plus 0,2 m Abstand = 2,4 m tief. Arbeitsgang für Frontstapler 3,5 m. Feldlänge 2,7 m plus 0,1 m für Regalständer = 2,8 m. Pro Doppelfeld und Ebene 6 Paletten (3 je Seite).

Rechenschritt Ergebnis
Paletten je Doppelfeld: 6 x 3 Ebenen 18 Stellplätze
Benötigte Doppelfelder: 200 geteilt durch 18, aufgerundet 12 Doppelfelder
Fläche je Doppelfeld: 2,8 m x (2,4 m + 3,5 m) 16,52 m²
Regalfläche: 12 x 16,52 m² rund 198 m²
Zuschlag 20 % für Querwege, Randgänge, Fluchtwege rund 40 m²
Wareneingang und Bereitstellung (Annahme) 30 m²
Packplatz oder Kommissionierung (Annahme) 20 m²
Büro und Sozialraum (Annahme) 25 m²
Summe rund 313 m²

Pro Palettenstellplatz sind das im reinen Regalbereich knapp 1 m², mit allen Funktionsflächen rund 1,6 m². Zum Vergleich: Im Bodenlager ohne Stapeln brauchen dieselben 200 Paletten schon netto 192 m² Stellfläche, mit Gängen und Funktionsflächen deutlich mehr als die Regallösung. Mit einem Schubmaststapler und schmaleren Gängen sinkt der Bedarf, bei niedriger Raumhöhe mit nur 2 Ebenen steigt er spürbar.

Mit Stift und Papier: Zeichnen Sie das Ergebnis vor der Besichtigung auf den Grundriss der Fläche, notfalls auf Karopapier im Maßstab 1:100. Stützen, Tore, Heizkörper und Fenster sind die Stellen, an denen eine rechnerisch passende Fläche in der Praxis scheitert.

Schritt 5: Reserve und Sonderflächen

Ein Lager, das am ersten Tag voll ist, ist zu klein. Planen Sie eine Reserve für Wachstum ein, in vielen Fällen 10 bis 20 % der Lagerfläche, bei schnell wachsenden Betrieben mehr. Prüfen Sie zusätzlich, ob Sie Sonderflächen brauchen:

  1. Retouren und Sperrbereich

    Ware, die geprüft, nachgearbeitet oder entsorgt wird, braucht einen eigenen Bereich, damit sie nicht im Bestand landet.

  2. Verpackungsmaterial

    Kartons, Füllmaterial und Paletten im Leergut nehmen erstaunlich viel Platz ein, vor allem im Onlinehandel.

  3. Ladezone

    Ein Lkw, der rückwärts an ein Tor fährt, braucht Hoffläche zum Rangieren. Bei Sattelzügen ist das ein großer Teil des Grundstücks.

  4. Stellplätze

    Firmenfahrzeuge, Pkw der Mitarbeitenden, Abstellfläche für Container.

Wie sich die Flächenrechnung auf die Wahl zwischen eigenem Lager und Dienstleister auswirkt, zeigt der Artikel Lager für Onlinehändler. Betriebe mit Werkstatt rechnen Arbeits- und Maschinenflächen zusätzlich, siehe Lager für Handwerksbetriebe.

Kleine Mengen: Volumen statt Paletten

Wer privat oder mit wenig Ware einlagert, rechnet einfacher. Self-Storage-Abteile haben eine Raumhöhe von rund 3 m, es zählt also das Volumen. Ein großer Anbieter nennt für die Einrichtung einer durchschnittlichen 1-Zimmer-Wohnung 4 bis 5 m² Grundfläche.1 Liegt Ihr Ergebnis bei einigen Dutzend Kubikmetern, ist ein Abteil oft die passende Lösung. Liegt es bei mehreren Dutzend Palettenstellplätzen, sind Sie im Bereich einer Gewerbefläche. Wo die Grenze für Sie liegt, beschreibt der Artikel Self Storage oder Lagerhalle.

Was die Rechnung für die Suche bedeutet

Mit der Flächenrechnung haben Sie drei Zahlen, die jede Suche verkürzen: Gesamtfläche in m², nötige lichte Höhe und die Art der Andienung, also Transporter, Lkw mit Hebebühne oder Sattelzug über Rampe. Dazu kommen Region und Einzugstermin. Mit diesen Angaben lässt sich schnell sagen, welche Flächen infrage kommen und welche nicht.

Ein Ergebnis zwischen 20 und 50 m² ist die Grauzone: Vom Preis her wäre eine Gewerbeeinheit oft günstiger als mehrere Abteile, das Angebot beginnt aber meist erst bei rund 50 m². Kommen Sie mit der Rechnung auf 100 bis 200 m² samt Staplergang, suchen Sie eine kleine Halle, und das ist das Terrain der Gewerbemakler. Wer seinen Bedarf genau kennt, kann bei einer passenden Fläche schnell zusagen.

Quadratmeter und Höhe stehen fest? Mit diesen Zahlen kann corealis ein Suchprofil anlegen und passende Flächen in NRW heraussuchen.

Fläche passend zur Rechnung suchen
Wie viel Platz braucht eine Europalette im Lager?

Die Palette selbst misst 1,2 x 0,8 m, also 0,96 m². Im Palettenregal mit drei Ebenen und Staplergang kommen Sie mit Gängen auf knapp 1 m² Grundfläche je Stellplatz, mit Wareneingang, Packplatz und Sozialräumen auf deutlich mehr. Im Bodenlager ohne Stapeln ist der Bedarf höher.

Wie berechnet man die Lagerkapazität?

Teilen Sie die Regalfläche durch die Fläche eines Rechenmoduls aus Doppelregal und Gang und multiplizieren Sie mit den Paletten je Modul und der Zahl der Ebenen. Die Zahl der Ebenen ergibt sich aus der nutzbaren Höhe geteilt durch Ladehöhe plus Zuschlag.

Wie breit muss ein Gang im Lager sein?

Das hängt vom Gerät ab. Für Handhubwagen rechnet man mit rund 2 bis 2,5 m, für Schubmaststapler mit rund 2,7 bis 3 m und für Frontstapler mit rund 3,5 bis 4 m. Verbindlich sind die Angaben des Herstellers.

Wie viel Lagerfläche brauche ich für einen Umzug?

Ein großer Self-Storage-Anbieter nennt für eine durchschnittliche 1-Zimmer-Wohnung 4 bis 5 m² bei rund 3 m Raumhöhe. Wer gut stapelt und Möbel zerlegt, kommt mit weniger aus.

Quellen

  1. Shurgard: Self-Storage in Düsseldorf, Standortübersicht (abgerufen am 30.10.2026), https://www.shurgard.com/de-de/self-storage/dusseldorf

Ihr Betrieb braucht eine eigene Fläche?

Wenn Paletten, Stapler oder Mitarbeitende ins Spiel kommen, suchen Sie eine Gewerbefläche. Legen Sie bei corealis ein Suchprofil mit Größe, Region und Termin an; das Team meldet sich mit passenden Objekten, auch mit nicht öffentlich inserierten.

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